Immer wieder bekomme ich Fragen zu meinen Bildern und dazu, wie meine okkulten Rollenspiele eigentlich aussehen.
Dabei geht es ausdrücklich um Sessions, in denen ein solches dämonisches oder okkultes Rollenspiel Teil des Szenarios ist.
Gerade bei den Bildern, auf denen ich komplett in rotem Bodypaint zu sehen bin und eher wie eine Dämonin oder ein fantastisches Wesen aussehe, entsteht schnell die Frage, ob ich in solchen Sessions tatsächlich genauso auftrete.
So ein Fotoshooting ist natürlich eine ganz andere Geschichte. Komplettes Bodypaint ist sehr aufwendig und gehört für mich eher zur visuellen Inszenierung eines Shootings.
In meinen Sessions arbeite ich mit gezieltem Make up, bestimmten Kontaktlinsen, die meine Iris verschwinden lassen, Hörnern, verschiedenen Mundmasken und natürlich entsprechender Kleidung.
Auf meinen Social Media Kanälen teile ich zwischendurch auch immer mal wieder kleine Einblicke in die Vorbereitung auf eine solche Session.
Während ich mich herrichte, meine Hörner anlege und mich Stück für Stück verwandle, verändert sich auch meine eigene Stimmung.
Es fühlt sich an, als würde ich mich gleichzeitig ein Stück von meiner normalen Persona entfernen und trotzdem bestimmte Facetten von mir stärker hervorzuholen.
Gerade dieses Gefühl von etwas Unnatürlichem und Fantastischem fasziniert mich. Wir verbinden fantastische Wesen oft mit einer Form von Stärke, die über das Menschliche hinausgeht.
Etwas Unheimliches, verbunden mit weiblicher Anziehungskraft.
Etwas, das gleichzeitig faszinierend und vielleicht ein wenig beunruhigend sein kann.
Wenn ich mich am Ende im Spiegel betrachte, habe ich oft dieses Gefühl von Vollkommenheit.
Nicht, weil ich dann jemand völlig anderes bin.
Sondern weil ich plötzlich genau die Ästhetik verkörpere, zu der ich mich ohnehin hingezogen fühle.
Ich fühle mich ihr in diesem Moment sehr nah.
Meine okkulten Rollenspiele sind dabei nicht an eine feste Figur mit Namen und Hintergrund gebunden. Vielmehr ist es für mich die Vorstellung einer Dämonin, ähnlich einem Succubus.
Eine Figur, die einen Plan verfolgt.
Sie braucht ihre Beute, um das zu bekommen, was sie will.
Wie genau dieser Plan aussieht, weiß ich dabei oft selbst nicht von Anfang an.
Ich mag es nicht, mich an ein festes Rollenspiel oder einen vorgegebenen Ablauf zu halten. Viel lieber improvisiere ich.
Während des Spiels entwickelt sich die Geschichte in meinem Kopf ganz automatisch. Ich nehme die Situation, die Reaktionen meines Gegenübers und die Atmosphäre auf und lasse daraus nach und nach entstehen, was meine Dämonin gerade vorhat.
Dadurch kann ich mich viel authentischer in die Rolle hineinfühlen.
Auch für mein Gegenüber entsteht dadurch etwas anderes als bei einem vorher festgelegten Szenario.
Wenn man an okkulte Rituale und Opfergaben denkt, verbindet man damit oft bestimmte Vorstellungen. Eine Person weiß zunächst nicht, was eigentlich vor sich geht. Vielleicht versucht sie sich zu wehren oder herauszufinden, was hinter dem Ganzen steckt.
Mit der Zeit verändert sich die Dynamik.
Aus Unwissenheit wird Erkenntnis. Aus Widerstand wird Akzeptanz.
Und irgendwann entsteht innerhalb des Spiels dieses Gefühl, sich einer höheren Macht zu ergeben und sich seinem Schicksal zu überlassen.
Was ich besonders schön finde, ist der Moment, in dem ich merke, dass mein Gegenüber langsam von der Geschichte und der Atmosphäre erfasst wird.
Wenn er nicht mehr nur darüber nachdenkt, was gerade passiert, sondern wirklich in diese Welt eintaucht.
Wenn beide irgendwann in eine Art Trancezustand fallen.
Wenn der Widerstand nachlässt und die düstere Ästhetik immer stärker in den Vordergrund tritt.
Ein sinnliches Machtgefecht mit diesem düsteren, okkulten Flair.
Etwas zwischen Unbehagen, Ehrfurcht, Anziehung und Verführung.
Und genau diese Mischung aus widersprüchlichen Gefühlen ist wundervoll.
Vielleicht ist es am Ende auch gar nicht so kompliziert, warum ich diese Art von Rollenspiel so gerne mache.
Ich gebe meiner Ästhetik Raum und werde für einen Moment selbst zu dem, was mich fasziniert.

